Gestern ist wieder was schönes passiert: Mel und ich sind zusammen in ihre Tierhandlung bei uns im Viertel gewandert, weil Mel ja nun dieses Aquarium hat und Shrimps züchten will. Da das Aquarium nun schon eine Weile in ihrem Zimmer steht und immer siffiger wird, wollte sie irgendein Reinigungsmittel für den Kies kaufen.
Ich wollte das Ganze ja schon als Nebenjob aufziehen, weil Mel erzählt hat, dass man die Wasserviecher für fünf Pfund das Stück verkaufen kann. Wenn wir also das Wohnzimmer komplett ausräumen und da ein Aquarium reinsetzen, könnten wir so alle unsere Studiengebühren abfeiern und es bliebe noch genug Geld für ordentliche Saufrunden über.
Nun vermehren sich die Shrimp aber, aufgrund von Wasserpflanzenmangel und somit fehlender Deckung, gar nicht und mein Businessplan verschwindet somit in der Wasserpumpe des Aquariums.
Der Tierladen ums Eck hatte natürlich kein Kiesreinigungsset, weil der Tierladen ums Eck auch sonst mal gar nichts hat. Das Einzige, womit er wirklich auftrumpfen kann, ist eine Fülle an Leinen, Halsbändern und Glöckchen und sogar einen Katzengeschirr mit deutscher Aufschrift auf dem Kartonteil. Ich finde ja, dass Katzen niemals Glöckchen um den Hals haben sollten, weil sie das in ihrer natürlichen Jagdfähigkeit beschneidet, aber Menschen sind nunmal dumme Tiere; das ist ja nichts neues.
Da ich noch ein paar Sachen aus dem Supermarkt brauchte, begaben wir uns dorthin. Hier passierte erst mal nichts wirklich spannendes, aber DANN. Aber DANN!!!
Mel hatte eine 4er-Packung RedBull in ihren Einkaufskorb gelegt und an der Kasse folgte dann die alles peinlich machende Frage: "Dürfte ich bitte deinen Ausweis sehen?". Mel war aufgrund dieser Situation ziemlich irritiert und versuchte lachend zu überspielen, dass sie gerade wegen RedBull nach ihrem Ausweis gefragt wurde. Es gelang ihr nicht wirklich und während meinen Anspielungen auf dem Nachhauseweg konnte man sichtlich erkennen, wie Mel Stück für Stück im Boden versank.
Das besonders Schöne daran ist, dass wir im Nachhinein herausgefunden haben, dass es keine wirkliche Altersbeschränkung auf RedBull in England gibt. Demzufolge war das eher eine gutmeinende Kassiererin, die Angst hatte, dass sich das junge Mädchen (Mel ist 24) mit RedBull den Körper und das Wachstum versaut. Dies wiederum macht die prekäre Sache naürlich nur noch witziger.
Mitterweile wird Mel nur noch wütend, wenn man sie darauf anspricht, da sie letztens schon die Aktion gebracht hat, von ihrem Lieblings Cider die alkoholfreie Variante zu kaufen. Ich schaue immer, dass keine spitzen oder schweren Gegenstände in ihrer Reichweite liegen, wenn ich darüber witzel, da ich teilweise um mein Leben fürchte. Aber der Drang danach zu fragen ist einfach zu groß. Angst-Lust nennt man das in psychologischen Kreisen.
Was mir beim Einkauf noch aufgefallen ist: Zahnpastatuben haben nicht den, in Deutschland üblichen, silbernen Schutzfilm, den man vor der ersten Nutzung der Tube abziehen muss.
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