Freitag, 29. Oktober 2010

Debating Mark 2

So, long time no blog und nun hagelst aber ins Gewissen. Passt auf Dudes und Babes da draußen.

Ich war wieder debattieren, wie der Titel ja schon eindeutig suggeriert und für alle dies nicht gleich da schon gecheckt haben, stehts nun auch in diesem Satze.

Also selbe Prozedur wie immer: Ich rein und lauter neue Leute getroffen, weil scheinbar alle 100 Mitglieder munter "Bäumchen-wechsel-dich" spielen. Ein paar bekannte Gesichter waren natürlich dabei, aber der Großteil war mir unbekannt. Mag auch daran liegen, dass ich hässliche Leute unter "hässlich" abstufe, mit denen nichts zu tun haben mag und deshalb keinerlei Differenzierung vornehme.
Wie immer ging das übliche Register rum und ich war nicht wirklich motiviert, meinen Beitrag zur Debattiergesellschaft beizutragen. Irgendwie war ich schlaff und fühlte mich kränklich und so schreib ich hin "Judge oder debattieren, aber lieber Judge", damit die guten Menschen noch Auswahl haben.

Auswahl mag der Mensch der Generation X, der wir wohl alle angehören ja ganz gerne. Wir sind mit der digitalen Technik fast aufgewachsen und interessieren uns für Blogs und desgleichen. Deshalb denken wir auch, dass wir die Differenzierung mit Schaufelbaggern gefressen haben und jedem Konglomerat bedingungslos trotzen können.
Entschuldigen Sie mich an dieser Stelle, ich habe im Unterricht aufgepasst!

Wie wir mein Glück in England so kennen, wurde ich natürlich ins Debattieren gewählt. Aber dem nicht genug: Jessy und Jessika waren mit mir in der Gruppe.
Das klingt nun noch hemmungslos unspektaklär, aber die beiden heißen mit Namen leider For-Hang und Hei-Tsung. Also Pokemon at it's best.

Das Thema war auch ein feines. Wir kennen das ja von demzufolge: "Dieses Haus zahlt Drogenabhängigen Geld um sich sterilisieren zu lassen", war dieses Mal die Quota.
Fragt mich nicht, woher die das hier haben. Irgendwas läuft da ganz schief, aber ich mag die Themen. Besser als Studiengebühren, Erhöhung der Alkoholsteuer (Deutschland, pfui!) oder Nuttenpendlerpauschale.

Nun waren Jess und Jess nicht sehr bewandert im Debattieren. Sie haben es wohl schon in ihrem Sklaventreiberland China getan, aber bisher nie in England und auch nicht in Englisch, was meiner Vorfreude natürlich kaum Abbruch betrieb und auch der Zacken blieb noch in der Krone.
Als mich eine der Jessen dann doch fragte, was Sterilisation nun genau bedeute und ich ihr das lustig erklärte, sah ich unsere Fälle dann doch ein wenig weiter fließen, als ich es gerne gehabt hätte.
Als mich eine der Jessen dann doch zum zweiten Mal fragte, was Sterilisation nun genau bedeute und ich ihr das zum zweiten Mal lustig erklärte, waren die Fälle weg.
Wir diskutieren daraufhin weiter die Punkte, die wir für die Argumentation als wichtig ersahen.
Als mich eine der Jessen dann zum dritten Mal fragte, was Sterilisaton nun genau bedeute, begab ich mich zur Bar und holte mir ein Bier vor der Debatte.

Die Debatte begann und Sophie vom anderen Team eröffnete. Für meinen Geschmack war sie ein bisschen überabitioniert und ich fand meinen Teil soweit gut. Dann kam Abbey und ich sah und schon verlieren. Nachdem Jessika von meinem Team debattierte, sah ich schon die Steine fliegen. Nachdem Ollie vom anderen Team den Schluss vortrug, sah ich meine Hoden schon im Wind und nachdem Jessy meines Teams schlussfolgerte, indem sie einfach aus den fünf Minuten Vortragszeit ganze eineinhalb Minuten Sprech rausholte, sehnte ich mich nach vielen Bieren.
Während der Debatte fragte mich Jessika noch prompt, ob wir nun für oder gegen das Thema seien, aber das nahm ich nur noch als weißes Rauschen und Galgenhumor wahr und so gingen wir in das Urteil der Jury und ich zur Bar und einem Pint Bier.

Wir fielen gar nicht so sehr auf den Reissack, wie ich gedacht hatte. Klar wurden wir Zweite, aber laut Lindon war es sehr knapp und immerhin war meine Eröffnung brilliant mit ein wenig zu wenig Ausstaffierung, so dass ich nun ehrlich ganz heiß auf die nächste Debatte bin. Erlitsch.

Nach dem Debattierungsdesaster folgte Bier, Hangcock mit Bier und ich glaube Shawn. Shawn ist Brite und er war sehr eingeschüchtert, weil ich zwei Sprachen spreche, der Spacko. Wieso sollte ich auch nach England gehen, wenn ich nur Bear und Cigarette verstehe? Er fragte mich dann ganz offen, ehrlich und naiv, ob Deutsch schwer zu erlernen sei, für einen Briten. Gelacht hab ich, das kann ich euch hier offen gestehen. Wer schon mal einen Briten beim Versuch erwischt hat, Schnitzel zu sagen, der prustet nun laut mit mir. Jedenfalls wollte Shawn irgendwann mal rauche und so bot ich ihm eine Kippe an. Als Gegenleistung bekam ich ein Bier und er noch eine Fluppe, wobei er mich zwei Mal fragte, ob ich mir damit auch sicher sei. Alles Arschkokser hier in England! Ehrlich und ehrlich!

Danach gingen wirs ins Mr. Lynds und am nächsten Morgen war mir schlecht.

Gelungen alles. Ich freu mich auf den nächsten Dienstag!

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