Gestern stand dann abends nach dem Handydesaster noch ein Konzertbesuch mit dem Amercian Dude Jon an. Jon scheint bisher ein trunkener, verplanter Kerl zu sein, der "Newcastle und England einfach nur geil findet, da das Studium hier so verdammt günstig ist" und er erst bei seiner Ankunft erfahren hat, dass die Uni eine der besten von England ist.
Insgesamt liefert der Gute also bisher einen akzeptablen Kompagnion ab und Mitte der Woche erhielt ich von Jon die Einladung, auf ein Konzert der amerikanischen Gruppe "No Age" zu gehen. 12 Pfund klangen nach einem fairen Preis und so trafen wir uns gestern im Stadtzentrum und nahmen von dort aus die Metro in Richtung "Cluny", wo die Sause steigen sollte.
Im Zentrum gabelten wir noch José auf, einen Portugiesen, der hier nach seinem Abschluss noch mal ein neues Studium beginnt, da er in Portugal keinen Job gefunden hat. José hat einen speziellen Stil. So trägt der Mann aus Portugal kurzgeschorenes Haar auf dem Schopf, hat aber an der Seite einen kleinen Hare Krisha Zopf an dein Haupt gepinnt, was ich so noch nicht gesehen habe.
Am Zielmetrobahnhof angekommen gabs dann erst mal ein großes Rätselraten, wie wir denn wohl zum Club kommen würden, aber entschieden uns instinktiv für die richtige Richtung und unterwegs erfuhren wir dann auch die genaue Route. Wir hatten nämlich alle professionell nicht nachgeschaut, wo genau der Club ist. Das wär ja auch irgendwie zu einfach, für Studenten wie uns.
Das Cluny ist nun ein Club, der einen sehr stark ans Kula in Konstanz erinnert, für alle die da schon mal aufgeschlagen sind. Wahrscheinlich erinnert es auch an jeden anderen Ort, der einen Barraum abgetrennt von einem Bühnenraum hat. Jedenfalls gibt es einen seperaten Bereich mit einer L-förmigen Bar, an der man verschiedene Biere und Longdrinks ordern kann, jedoch zu einem eher hochwertigeren Preis. Für einen Rockclub, fand ich 3,50 für ein 0,4 Bier dann schon eher stolzerer Natur. Immerhin gab es auch Erdinger und das gute am Clunsy ist, dass sie das meiste Bier, auf Wunsch, auch in Plastikbecher füllen und man so an der frischen Luft seinem Genuss frönen kann. Man kann im Clunsy auch kleinere Essensgeschichten, wie Pommes oder Burger, ordern
Wir hielten uns draußen eine Weile auf und sprachen über Jungsthemen wie Zeitungen, Nazis, Weiber und natürlich Arbeitslosigkeit und José berichtete, dass 80% der jungen Griechen das Land für ein Auslandsstudium verlassen hätten und wohl auch nicht mehr zurückkommen würden, da der Arbeitsmarkt so schlecht bestückt sei. Man weiß nicht genau, woher der Kerl diese Zahlen hat, aber sofern er ein wenig richtig liegt, beutelt das Griechenland nur noch mehr und es gibt mehr Gyrosläden und türkischen Joghurt. Mir macht das persönlich nichts aus, ich kann mit Griechenland eh nicht so viel anfangen und vielleicht dämmt Gyros die Dönermafia dann ein bisschen ein.
Irgendwann nach drei Bier begannen No Age dann auch zu spielen und ich würde die Jungs (drei an der Zahl) am ehesten in die Richtung Postpunk/Garage Rock packen. Natürlich hatte ich mir daheim KEINEN der Youtube-Links, die mir Jon geschickt hatte, zu Gemüte geführt und wusste so auch nicht, was mich erwartete. Die einzige Idee, die ich im Vorfeld mit auf den Weg bekam, war wiederum von Jon, der mir sagte, dass sie Rockmusik spielen.
Sie machten dann auch für über eine Stunde einen Höllenlärm, da die mitgebrachten Instrumente Schlagzeug, Bass und elektronischer Dudelkasten den kleinen Laden ordentlich aufmischten.
Ich hatte das Gefühl, dass das alles nicht so ganz eingestimmt war, da das Schlagzeug schepperte und der Gesand bzw. das Geschrei des Sängers ziemlich untergingen. Abgegangen ist mal keiner, aber ich fands soweit gut.
Wir kamen dann nach Hause und ich hatte ein schreckliches Fiepen und Piepsen im Ohr, das heute erst vor einer Stunde aus meinem Gehörkanal verschwunden ist.
Mir gings heute eh nicht so gut, da die beschissenen Kinder auf ihrem Weg zur Schule scheinbar vor unserem Haus ihren Treffpunkt haben, laut sind und dazu irgendwelche bekackte Handymusik abspielen.
Könnte man die Fenster richtig öffnen, würde ich immer einen Eimer eiskaltes Wasser vor dem Fenster stehen haben, um die Blagen zu vertreiben, aber wie gesagt, die scheiß Fenster.
Heute ließ ichs dann ruhig angehen, mit Uni um 11, Burgern zum Mittagessen und einem kleinen Bier und ein bisschen fernsehen mit Mel und Fiona.
Uni war indes sehr gut, weil ich nun als Hausaufgabe aufhabe, mir alle möglichen Shows im britischen Fernsehen anzusehen, damit ich besser über die britische Kultur Bescheid weiß. Na das sind doch mal Aufgaben, die mir liegen. Medienstudien for the win!
harhar fiese Handykinder unterm Fenster, das kann schon ordentlich nerven. Scheinst dich ansonsten ja schon gut eingewöhnt zu habe. Ist auf jeden Fall ein Spaß zu lesen, was du bei und mit den Inselaffen treibst.
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